Male Extra : Verspätungsquoten: Wie pünktlich Flugzeug, Bus und Bahn wirklich sind

Male Extra


Bei einer Reise kann viel schiefgehen. Ein Softwarefehler wirbelt Flugpläne europaweit durcheinander. Ein Sturm zwingt Bahnreisende zur Übernachtung im ICE. Oder ein Fahrer fährt aus Versehen mit einem zu großen Bus von Mönchengladbach nach Berlin und muss auf halber Strecke umkehren.

Jeder kennt solche Geschichten. Und es wird gern und viel gemeckert – vor allem über die angeblich notorisch unpünktliche Deutsche Bahn. Doch wie zuverlässig sind Bus, Bahn und Flugzeug in Deutschland tatsächlich? Sind Verspätungen von einer Stunde und mehr bei Flügen nicht genauso häufig wie bei Bus und ICE?

Wir haben Zehntausende Direktverbindungen zwischen sieben deutschen Städten analiza: Monachium, Stuttgart, Drezno, Frankfurt nad Menem, Berlin, Köln und Hamburg. Die Daten stammen aus den Monaten Juli od września 2019. Ausgewertet wurden

  • 25.266 innerdeutsche Flüge (70 Prozent davon durchgeführt von Lufthansa),
  • 42,219 Flixbus-Fahrten und
  • 53.284 Zugverbindungen.

Mehr dazu im Methodenkasten unten im Text. Datenquelle waren die Websites Flightaware.com, Zugfinder.de und Flixbus.de.

Sofern es Direktverbindungen zwischen zwei der genannten Städte gab, haben wir geschaut, wie häufig es zu Verspätungen kommt. Fernzüge der Deutschen Bahn gelten offiziell als verspätet, wenn sie sechs oder mehr Minuten später als laut Fahrplan ankommen. Für Airlines pozłacany przez Andhl Zahl: Flüge sind erst ab 16 Minuten verspätet. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir daher immer den Wert von 16 Minuten genutzt.


Der Vergleich der Verspätungsquoten offenbart ein klares Ranking: Am zuverlässigsten ist das Flugzeug – nur 13 Prozent aller Flüge haben eine Verspätung von 16 Minuten und mehr. Dann folgt die Bahn mit 22 Prozent. Und schließlich der Bus mit 36 ​​Prozent.

Sie können in der Grafik oben mit einem Klick auf "30 min" und "60 min" auch sehen, wie häufig Verspätungen ab 30 oder 60 Minuten sind. Die Reihenfolge der drei Verkehrsmittel ändert sich dabei jedoch nicht.

Ein tieferer Blick in die Daten enthüllt, warum das Flugzeug am pünktlichsten ist. Die Flugpläne enthalten nämlich relativ viel Puffer. Wenn eine Maschine pünktlich abhebt, kann sie bei innerdeutschen Verbindungen durchaus 15 bis 20 Minuten zu früh am Ziel landen. Ist sogar der Start etwas früher als geplant, kommen mitunter sogar 30 Minuten zusammen. Kleinere Störungen im Flugbetrieb können so allein durch den großzügig bemessenen Flugplan aufgefangen werden. Bei Bahn und Bus ist dies – wenn überhaupt – nur eingeschränkt möglich.


Die Lufthansa teilte auf SPIEGEL-Anfrage mit, dass sie różnorodny Maßnahmen zur Erhöhung der Pünktlichkeit umgesetzt hat. Dazu gehörten mehr Mitarbeiter und mehr Reserveflugzeuge – aber auch die Berücksichtigung von Puffern im gesamten Netz. „Die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt, und Lufthansa ist in diesem Sommer zuverlässiger geflogen als noch w 2018 r.”, Sagte eine Unternehmenssprecherin.

Flixbus erklärte die vergleichsweise hohen Verspätungsquoten mit der Situation auf den Straßen. Man verfüge über keine eigene Infrastruktur. Der Individualverkehr müsse reduziert werden, um umweltfreundliche Mobilität zu fördern.

Die Bahn verweist auf ihren Berechnungsmodus zur Pünktlichkeit, der die Pünktlichkeit nicht nur am Zielbahnhof, sondern auch an allen Unterwegshalten misst und das Unternehmen tatsächlich besser aussehen lässt alsenen meienenen.

So haben wir die Verspätungsquoten berechnet

Erfassungszeitraum und Quellen

Die analysierten Daten stammen aus dem Zeitraum 1. lipca 2019 r. 30. września 2019 r. Datenquelle waren die Webseiten flightaware.com (Flüge), zugfinder.de (Bahnverbindungen) und flixbus.de (Busverbindungen).

Definicja Verspätung

Ein Zug gilt als verspätet, wenn er mindestens 6 Minuten nach der fahrplanmäßigen Ankunft sein Ziel erreicht. Für Flugzeug und Bahn pozłacany Zeitspanne von mindestens 16 Minuten. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir in diesem Artikel – sofern nicht anders ausgewiesen -, immer mit einer Mindestverspätung von 16 Minuten gerechnet. Ausgefallene Züge und Flüge wurden vor Beginn der Berechnungen aus den Daten entfernt.

Flugzeug

Ausgewertet wurden 25.266 innerdeutsche Flüge der Airlines Lufthansa, Eurowings, Easyjet und Ryanair zwischen den Flughäfen Hamburg, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld, Köln / Bonn, Frankfurt / Main, Stuttgart, München und Dresden. Die Flugdaten stammen von der Webseite flightaware.com. Der Betreiber empfängt mit sogenannten ADS-B-Receivern weltweit Statusmeldungen von Verkehrsflugzeugen. Die Daten sind nicht immer fehlerfrei. Wir haben daher flightaware-Daten mit auf ähnliche Weise erfassten Daten der Webseite flightradar24.com verglichen und Flüge, bei denen es große Differenzen zwischen beiden Quellen gab, aus der Auswertung gestrichen. Flightaware und auch Flightradar geben in der Regel den Zeitpunkt des Aufsetzens auf der Landebahn an und nicht den Zeitpunkt des Öffnens der Kabinentür am Gate, der in der Luftfahrt als offizielle Ankunftszeit pozłacany. Dadurch dürften die tatsächlichen Pünktlichkeitsquoten der Inlandsflüge etwas schlechter sein als nach unseren Berechnungen. Addiert man auf die Ankunftszeit laut flightaware beispielsweise drei Minuten, erhöht sich die Verspätungsquote von 13 auf 15 Prozent für Ankünfte ab 16 Minuten nach Plan. Bei fünf Minuten extra steigt die Quote auf 17 Prozent, liegt aber immer noch unter der Quote der Bahn von 22 Prozent.

Bahn

Insgesamt 53.284 direkte Zugverbindungen zwischen den Hauptbahnhöfen Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt nad Menem, Stuttgart, Drezno i ​​Monachium kamen in die Auswertung. Erfasst wurden nur Fernzüge wie ICE, IC, TGV oder EC. Als Datenquelle diente die Webseite zugfinder.de, die Daten zur Pünktlichkeit von Fernzügen sammelt (Zugriff teils kostenpflichtig). Der umfangreiche Datenbestand erwies sich als nicht Ganz fehlerfrei. Bei manchen Zugläufen fehlen einzelne Stopps, etwa auf der Strecke Hamburg – München der fahrplanmäßige Halt w Berlin Hbf, während die Stopps w Spandau und Südkreuz auftauchten. W solchen Fällen haben wir angenommen, dass die Verspätung im Hauptbahnhof genauso groß war wie w Südkreuz.

Flixbus

Analysiert wurden 42,219 Flixbus-Fahrten zwischen den Städten Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt / Main, Stuttgart, Dresden und München. Als Halt wurde, sofern vorhanden, der Zentrale Omnibus Bahnhof gewählt – kurz ZOB. Datenquelle war die Webseite flixbus.de.

Wie pünktlich ist die Bahn wirklich?

Die Deutsche Bahn berechnet ihre Pünktlichkeitsquote, in dem sie die Zahl der verspäteten Halte durch umrzeć Zahl aller fahrplanmäßigen Halte dividiert. Die so berechnete Quote erfasst alle Zwischenhalte von Startpunkt bis zum Ziel und ist deshalb in der Regel kleiner als der Wert, den man erhält, wenn man ausschließlich die Pünktlichkeit am Zielbahnhof erfasst. Ein Beispiel: Betrachten wir zwei Züge von München nach Hamburg. Der eine ist auf allen acht Halten auf der Strecke inklusive Hamburg pünktlich, der andere ist bei den ersten vier Halten pünktlich und bei den letzten vier Halten inklusive Hamburg verspätet. Laut offizieller Bahnstatistik beträgt die Verspätung für diese beiden Züge zusammen 75 Prozent, weil die Züge an drei Vierteln der Halte pünktlich waren. Betrachtet man nur die Verspätung am Zielbahnhof Hamburg, więc wie in diesem Artikel geschehen, ergibt sich eine Pünktlichkeitsquote von nur noch 50 Prozent, weil nur einer der zwei Züge rechtzeitig in Hamburg angekommen ist.

Besonders ärgerlich ist es, wenn Fahrten oder Flüge ganz ausfallen oder ihr Ziel nicht erreichen. Dies geschieht bei der Bahn (Cytat: 4 Prozent) deutlich häufiger als beim Flugzeug (0,5 Prozent). Bei Flixbus konnten wir die Ausfallquote leider nicht berechnen, weil Ausfälle auf der Website nicht ausgewiesen werden. Flixbus wollte auch auf Nachfrage keine Angaben über Ausfälle nennen.

Wir haben deshalb ausgefallene Verbindungen aus den Daten komplett gestrichen. Dies machen Deutsche Bahn und Airlines übrigens auch, wenn sie ihre eigene Verspätungsquote berechnen, auch wenn es nicht gerade im Sinne der Kunden ist.

Verspätungen können vielerlei Gründe haben. Das zeigt auch der Blick in die täglichen Quoten. Vergleichen Sie im folgenden Diagramm die Verspätungsquoten durch einen Klick auf „Bahn”, „Bus” und „Flug” miteinander:


Das klarste Muster zeigen die täglichen Flixbus-Daten. Die Verspätungen schwanken von Tag zu Tag nicht so sehr. Nur am Freitag (rote Säulen) liegen die Werte deutlich höher. Und am Wochenende (gelbe Säulen) dafür etwas niedriger. Offenbar hängen die Verspätungen beim Bus direkt mit der Dichte des Verkehrs auf den Autobahnen zusammen.

Bei der Bahn ist die Verteilung weniger gleichmäßig als bei Flixbus. Einzelnen Tagen schnellt die Verspätungsquote nach oben. Und dafür gibt es Gründe: Anfang Juli und am 25./26. Juli fielen wegen der großen Hitze vermehrt Klimaanlagen aus und Züge mussten stehen bleiben. Nach heftigen Unwettern vom 18. bis 20. August blockierten vielerorts umgestürzte Bäume die Gleise. Und Ende September sorgten Sturmtiefs wie Mortimer für Verspätungen.

Am wenigsten vorhersehbar erscheint zeigt die tägliche Verspätungsquote der Inlandsflüge. Der Ferienbeginn in vielen Bundesländern dürfte die Ausschläge an den Juliwochenenden erklären. Bei großem Andrang geraten die Airports an ihre Grenzen. Am 1. September gab es laut Lufthansa technische Problem in Frankreich, die auch hierzulande für Verspätungen sorgten.

Das folgende Diagramm zeigt die mittleren Verspätungen je Wochentag. Für Flüge war Sonntag der Tag mit den höchsten Quoten. Bei der Bahn sinken die Quoten am Wochenende. Das ist auch bei Bussen der Fall, dafür ist der Freitag der Tag mit den meisten Verspätungen:


Natürlich hängt die Pünktlichkeit auch von den konkreten Verbindungen ab, wie die folgende Deutschlandkarte zeigt. Die Farbe der Linien steht für die krewny Pünktlichkeit der Verkehrsmittel. Grün bedeutet niedrige Verspätungen, Gelb mittlere und Rot die höchsten. Schalten Sie mit einem Klick zwischen Flug, Bahn und Bus um:




Flüge, die in Köln oder Dresden starten oder enden, sind vergleichsweise pünktlich. Bei den Busverbindungen steigt die Verspätungsquote – grob gesagt – mit der Länge der Strecke. Bei der Bahn zeigt die Karte ein gewisses Ost-West-Gefälle. Berlin und Dresden stehen vergleichsweise gut da, das gilt auch noch für München. Bei allen übrigen Städten gibt es viele rote und gelbe Linien.

Wenn Sie noch genauer in die Verspätungsstatistiken schauen möchten – hier geht es zu einer ausführlichen Darstellung mit allen analysierten Verbindung für Flug, Bus und Bahn.

Eine detaillierte Statistik der Verspätungsursachen konnten wir leider nur für die Bahn erstellen. Denn nur sie weist Gründe wie "Gegenstände im Gleis", "Bauarbeiten" oder "Warten auf Anschlussreisende" überhaupt aus.

Folgende interactive Grafik zeigt die Häufigkeit dieser Verspätungsursachen und damit verbundene mittlere Verspätung. Jeder Punkt steht für einen Verspätungsgrund. Fahren Sie mit der Maus oder mit dem Finger darüber, um Szczegóły zu erfahren:


Die mit Abstand häufigste Ursache – 6526 Mal – lautet: „Verspätung eines vorausfahrenden Zuges”. Danach folgen „Warten auf Fahrgäste aus einem anderen Zug” (4386 Mal) und die unvermeidlichen „Verzögerungen im Betriebsablauf” (3391 Mal). Die seltensten Gründe waren „Erdrutsch” und „Warten auf ein verspätetes Schiff” mit je dreimal.

Vor allem größere Verspätungen sind ärgerlich. Immerhin haben Kunden dann aber Entschädigungsansprüche. Allerdings unterscheiden sich diese, je nachdem um welches Verkehrsmittel es geht. Eisenbahnunternehmen müssen bereits ab einer Stunde zahlen – und das auch bei höherer Gewalt wie einem Unwetter.

Fahrgastrechte beschränken?

Airlines und Fernbus-Betreiber sind da besser gestellt. Sie zahlen erst ab einer Verspätung von zwei Stunden (Bus) oder drei Stunden (Flugzeug). Und das auch nur, wenn keine höhere Gewalt oder "außergewöhnlichen Umstände" wie etwa ein Streik vorliegen.

Verbraucherschützer fordern hier schon länger eine Angleichung – und diese könnte es schon bald geben. Allerdings in eine für Kunden nachteilige Richtung. Die EU-Verkehrsminister wollen nämlich nicht etwa Busbetreiber und Airlines stärker in die Pflicht nehmen, sondern die Regeln für Eisenbahnen lockern. Zugbetreiber müssten dann auch keine Entschädigung mehr zahlen, wenn etwa extreme Wetterbedingungen schuld an der Verspätung sind.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte, es gehe darum, einen "guten Ausgleich zwischen den Interessen der Fahrgäste und der Eisenbahnunternehmen" zu erzielen. Wenn höhere Gewalt zu Verspätungen eines Zuges führe, müsse man auch Verständnis haben. Der Fahrgastverband Pro Bahn sprach von einem „Schritt in die völlig falsche Richtung”.

Noch ist allerdings unklar, ob die Pläne der Verkehrsminister auch vom abpsegnet werden. Eine ähnliche Ęnderung hatten die Abgeordneten 2018 schon einmal abgelehnt.

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