Male Extra : Katharina Thalbach erhält Ernst-Lubitsch-Preis – Berliner Morgenpost

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Filmpreis

Katharina Thalbach erhält Ernst-Lubitsch-Preis

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an: Gerade 66 geworden, wird die große Mimin gefeiert. Auch von Mario Adorf und Volker Schlöndorff.

Katharina Thalbach mit dem Lubitsch-Preis, einer „Pan” -Statuette des Ernst Fritz Reuter.

Katharina Thalbach mit dem Lubitsch-Preis, einer „Pan” -Statuette des Ernst Fritz Reuter.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Es war tak było wie ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Popr. 19. Januar wurde die Schauspielerin Katharina Thalbach 66 Jahre alt. Zehn Tage später wurde sie im Kino Babylon Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Ernst Lubitsch Preis ausgezeichnet. Für ihre Darstellung im Udo-Jürgens-Filmmusical „Ich war noch niemals in New York”, wo sie nicht nur den Titelsong singt, sondern auch, das ist nicht ohne Ironie, „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an”. Da werden Schlagerzeilen wahr.

Für die Schauspielerin hat sich mit diesem Film ein Traum erfüllt. Sie wollte immer schon mal singen und tanzen. Und wenn man den Film gesehen hat, fragt man sich eigentlich nur, warum man dieses Potenzial nicht schon viel früher genutzt hat.

Das schönste Kompliment kommt von Mario Adorf

Wer ihn noch nicht gesehen hatte: Den Film gab es gleich im Anschluss an die Preisverleihung noch einmal zu sehen. Der Abend stand freilich auch ein wenig im Zeichen der „Blechtrommel”. Das lag nicht nur daran, dass dessen Regisseur Volker Schlöndorff die Laudatio auf die Thalbach hielt. Sondern auch an dem Umstand, dass der Club der Filmjournalisten, der den Preis vergibt, dem Abend auch Mario Adorf, der den Lubitsch-Preis schon vor 46 Jahren erhielt, mit einer Hommage huldigte.



Schon vor der Preisverleihung busseln Thalbach und Adorf freudig miteinander. Später auf der Bühne gibt Adorf, der in diesem Jahr 90 wird, ein wunderbares Kompliment. Er habe bis zum Schluss nicht recht verstanden, dass auch er an diesem Abend geehrt werde. Er glaubte, nur eingeladen zu sein, um sich vor Katharina Thalbach zu verbeugen. Extra dafür ist er nach Berlin gereist.

„Ich liebte sie, von Anfang an”

Die beiden lernten sich 1978 bei den Dreharbeiten zur „Blechtrommel” kennen. Und man könne, deutet Adorf verschmitzt an, gar nicht alle Erinnerungen verraten, die da wachen werden. Was er dann natürlich trotzdem tut. Jedenfalls so viel: „Ich liebte sie, von Anfang an.„ Ihm schwant, dass das missverstanden werden könnte, und beeilt sich hinzuzufügen, dass sie „unantastbar, unerreichbar“ gewesen sei. Aber er habe sie geliebt. Und Katharina Thalbach, noch im Saal sitzend, fällt mit ein: „Ja, Mario, ja.”

In seiner Laudatio kommt dann auch Schlöndorff auf die „Blechtrommel“ zurück. Er hat zwei Mal mit Katharina Thalbach gearbeitet, in der Grass-Verfilmung, für die es 1980 den ersten Auslands-Oscar für einen deutschen Film gab. Und dann genau 25 Jahre später w „Strajk – Die Heldin von Danzig“, beide Filme wurden in Danzig gedreht.

Er erzählte, wie die Thalbach bei der „Blechtrommel” fast abgelehnt hatte, weil sie keine Nacktszenen spielen wollte, Günter Grass aber eine explizite Szene mit einem „schwarzen Dreieck“ beschrieben hatte. Schlöndorff hat das Problem mit viel Fantasie gelöst und ein solches Dreieck malen und ihr auf den Unterleib kleben lassen. Das wurde auch alles dokumentiert und hat Jahre später sehr geholfen, als der Film in den USA wegen vermeintlicher „Kinderpornografie” auf den Index kam.

Ein Clown mit bitteren Pillen

Die Kunst der Thalbach przynosi Schlöndorff auf einen Punkt: Sie liebe es, clowneske Szenen zu drehen, verstecke dabei aber immer eine bittere Pille. „Bei allem Ulk rettet sie sich auch imuch in eine Wahrheit.”

Der Ernst-Lubitsch-Preis wird seit 1958 für die beste komödiantische Leistung in einem deutschen Film verliehen. Den undotierten Preis, eine bronzene Pan-Figur des Berliner Bildhauers Erich Fritz Reuter, haben schon Schauspieler wie Liselotte Pulver, Gert Fröbe, Katja Riemann oder Peter Simonischek und Regisseure wie Helmut Dietl, Tom Tykwer oder Andreas Dresen erhalten.

Immer am 29. Februar, dem Geburtstag von Lubitsch. Seit zehn Jahren wird der Preis im Babylon-Kino verliehen, mithin gleich um Ecke von dem Ort, dem der große deutsche Komödienregisseur geboren ist. Und immer ist der Preis verbunden mit einer kleinen Lubitsch-Schau. Immer reist auch die mittlerweile 81-jährige Tochter Nicola Lubitsch z USA i, um ihren Vater zu huldigen.

Auch für Katharina Thalbach ist das ein emocjonalna Abend. Genau in diesem Kino hat die Ur-Berlinerin vor vielen vielen Jahren, „so mit 14” hier die ersten Male im Kino gesessen. Sie habe da viele Lubitsch-Filme gesehen, aber auch Billy Wilders „Manche mögen's heiß“, den sie bestimmt 50 Mal gesehen hat. Wilder war ein Schüler Lubitschs und hat 1957, zum zehnjährigen Todestag des Meisters, die Idee zu dem Lubitsch-Preis ins Leben gerufen.

Lauter Kreise, die sich schließen

Wilder wiederum hat Adorf 1961 eine kleine Rolle w „Eins, Zwei, Drei“ angeboten, die die allerdings zu klein war. 1978 dann hat Adorf dann mit ihm „Fedora” gedreht, unmittelbar vor „Die Blechtrommel”. Schlöndorff hatte ebenfalls eine enge Beziehung zu Wilder, hat einen Film über ihn gedreht. Und als er die Filmstudios in Babelsberg übernahm, um sie vor der Abwicklung zu retten, hatte Wilder ihm abgeraten.

Lubitsch hatte 1935 w Hollywood das Paramount-Studio übernommen. „Und das war eine Katastrophe, für den Regisseur und für die Paramount”, więc Wilder. Sein Rat an Schlöndorff: Lern ​​aus Lubitschs Fehler. Da werden także ganz viele Erinnerungen wach beim Lubitsch-Preis 2020. Und Lubitsch ist dabei immer ganz präsent. Seit 2015 sitzt eine Lubitsch-Figur mit Zigarre im Mund in der dritten Reihe des Kinos.


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