Male Extra : Global Diary: Stil ohne Verfallsdatum

Male Extra

Hamburg Global Diary

Stil ohne Verfallsdatum

| Lesedauer: 4 Minuten

Inga Griese

retj. Sonne hatte den Weg zurück nach New York gefunden, die Luft war klar ohne jene eiskalte Bissigkeit, mit der sie um diese Jahreszeit gern um die Ecken der Häuserschluchten fegt. Noch viel einnehmender aber war die die Freundlichkeit. Der Metrokartenverkäufer war ausgesprochen gut gelaunt und mitteilsam, die Zugführerin, die aus ihrem kleinen Fenster schaute, verdrehte nicht etwa die Augen, als die verwirrte Touristin fragte, ob die Linie sechs eigentlich durchfährt zern Wall: Sie Ste surst zern Wall: ein „. Um dann extra aus ihrem Kabäuschen zu kommen und zu erklären, dass ich in der 42. Straße zur 5 oder 4 wechseln sollte. Der schrankgroße Kerl in Uniform vor einem Wachhäuschen an der New York Stock-Exchange, den man nie wagen würde anzusprechen, fragte nicht etwa misstrauisch, warum ich so herumstarren würde vor seiner Absperrung, sondern sagte: „Potrzebujesz pomocy, proszę pani?” Och, ja? Ich möchte zur Michael-Kors-Show na giełdzie papierów wartościowych, soll hier sein? „Nein, nicht hier”, sagte er verbindlich. „Sondern in die andere Richtung, hinter der Kirche, am Trinity Place.“ Es ist ja nicht so, dass die Amerikaner unreundliche Leute wären, aber so viel Aufmerksamkeit von Menschen in unterschiedlichen Uniformen habe ich noch nie erlebt. Und welche Bedeutung hat eine Michael-Kors-Show, dass der Wachmann weiß, wo sie stattfindet?

Dort ging es gleich weiter mit dem schönen Amerika. Statt auf kaltem Börsenparkett fand man sich in einer riesigen Holzhütten-Kulisse wieder. Der Laufsteg aus alten Planken, VIPs wurden nicht nur vor klassischer Logowand fotografert, sondern auch vor ländlicher Idylle mit Steinmauern und weitem Blick über Wiesen und Hügel. Da jetzt mit dem Pferd raus, das wär's doch. Vielleicht kommt Dolly Parton vorbei?

Das nicht, aber auf der Bühne stojak Orville Peck mit großem Stetson und griff gekonnt in die Gitarrensaiten und die große romantische Country-Music-Kiste. Peck ist ein kanadischer Musiker, der im vergangenen Jahr sein Debütalbum „Pony“ veröffentlicht hat. Und był Cro die Maske, das ist ihm die „Lone-Range” -Maske mit Fransen. Als ich ihn später backstage um ein Foto bitte, grinst er verschmitzt unter dem Gesichtsvorhang. Wieder so ein freundlicher Mensch. Michael Kors mit Spiegelbrille ist es natürlich auch. Routiniert nimmt er die Parade der Gratulanten ab, był Verbindliches sagen, Foto, następnie proszę. Aber er macht das so, dass niemand sich abgefertigt fühlt. Es ist wie mit seiner Kollektion, er behält seine Kundinnen und Kunden immer im Blick. Und die, da ist er sicher, wollen „gerade jetzt Sachen zum Wohlfühlen.“ Und wohlfühlen tut sich offenbar der gestresste Zeitgeist besonders dort, wo die Welt noch in Ordnung, ruhig und überschaubar scheint: auf dem Land. In der Prärie. Bei den Leuten, die noch eine andere Religion kennen als Gym und Essen. Die sich eine große Decke überwerfen, wenn es kühl wird. Die patent gestrickte Pullover tragen, die so groß sind, dass man eine ganze Familie mit reinnehmen könnte. Und sicherheitshalber noch einen großen Schal drüber. Der Stil, der überdauert. Bei Kors heißt das „przytulny urok”. Denn seine Leute können ja nicht nur in Alabama sein, sie müssen auch zurück nach New York. Da können sie dann artige, aber figurschmale Westernstadt-Kostüme mit Pelerine statt Ęrmeln tragen. Oder Großstadt-Cowgirl w engem Kuhfell-Trench sein. Entspannter Chic mit City-Politur steht im Begleittext zur Show. „I will always love you”, den Song aus „Bodyguard”, schmettert Peck w „Country-Interpretation” i człowiek wird ein bisschen sentymentalny. „Gorzkie wspomnienia, więc do widzenia”. Oder eben vielleicht doch nicht.

Am Abend zuvor hatten die „Slow Factory Foundation”, das „UN Office 4 Partnership” i Swarovski ihre neue „One x One” -Initiative vorgestellt. Unter anderem arbeiten Projektant wie Philip Lim oder Telfar Clemens mit Wissenschaftlern an nachhaltigen und innovativen Materialien, die im September vorgestellt werden sollen. Die Hoffnung auf das gute Leben der Zukunft.

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